Hip Hop Files Buch

25 Jahre HipHop auf Schallplatte”, dieses Jubiläum konnte letztes Jahr gefeiert werden. Fotobände wie “Back In The Days”, der Oral-History-Band “Yes Yes Y’all” oder DJ Bobbitos Oldschool-Sneaker-Bibel “Where’d You Get Those?” bereiteten diesen runden Geburtstag seit 2001 vor. Sicher spricht aus diesen Büchern auch die Sehnsucht nach dem reinen und unverfälschten, dem noch nicht von Erfolg und Ruhm korrumpierten frühen HipHop eine große Rolle. Damals gab es eine musikalische Revolution, und keiner dachte an Goldklunker, fette Autos und ein pralles Bankkonto. Martha Coopers “Hip Hop Files” zeigt die Anfänge dieser Musik in New York nun mit wunderschönen Fotos und erzählt einige der Geschichten, die sich dahinter verbergen.

Wer sich für Graffiti interessiert, der kommt an Martha Cooper nicht vorbei – sie ist die vielleicht berühmteste Graffiti-Fotografin. Zumindest war sie die erste, die im New York der 1970er-Jahre die bunten Sprühbilder dokumentierte. Ihr Fotoband “Subway Art”, mittlerweile in der x-ten Auflage, ist Pflicht für einen echten Writer. Respektiert von den Sprühern ergaben sich erste Kontakte zu der ebenfalls aufkeimenden HipHop-Szene. Die Sprayer empfahlen Martha Cooper an die Musikverrückten. Der routinierten Pressefotografin machte es wenig aus, einzige Frau unter all den Jungs zu sein. Beide Seiten respektierten sich, das war der Deal. Und so konnte Martha Cooper die frühen DJs, Rapper und Breakdancer fotografieren, wurde zur Bildchronistin dieses Musikstils, der damals noch “Rap” hieß.

Die “Hip Hop Files” zeichnen erstmals umfassend die Geburt dieser Musik in New York nach. Wir sehen die Bronx, wo damals ganze Straßenzüge in Trümmern lagen und nur noch aus verbrannten Ruinen bestanden. Und wir sehen ihre kreativen jungen Bewohner/innen, die, zunächst nicht ernst genommen, Soul-, Funk- und Disco-Songs zerstückelten, dazu einen komischen Sprechgesang anstimmten und seltsam dazu tanzten. Ihre Parties feierten sie auf der Straße, Blockparties genannt, für die der Strom von den Laternen abgezweigt wurde. Zunächst vor allem von den Breakdancern fasziniert, hielt Martha Cooper das alles mit der Kamera fest. Sie erkannte das Potenzial dieser neuen Jugendkultur, die etwas Revolutionäres erschuf und schon bald weltweit erfolgreich sein sollte. Und so ist “Hip Hop Files” mehr als ein nostalgisch-wehmütiger Blick auf eine vermeintlich bessere Zeit. Das Buch ist die lange überfällige illustrierte Geschichte des Oldschool-HipHop in New York City und ganz nebenbei nach “Subway Art” auch noch Teil Zwei der Würdigung von Martha Coopers Lebenswerk.

Auf die Idee des Buches musste übrigens der Kölner HipHop-Aktivist Zeb.Roc.Ski kommen; kein US-Verlag interessierte sich für diesen Fotoschatz. Zwar sind die Übersetzung der Interviews und die Kommentare wie bei so manch anderem Musikbuch etwas ungelenk, aber das schmälert die Freude an diesem Prachtbändchen nicht. Die HipHop-Sprache lässt sich eben nur sehr schwer ins Deutsche übertragen.

Martha Cooper: Hip Hop Files / Photographs 1979-1984
(From Here To Fame Publishing 2004)

Anzahl

Preis: 29,90 €

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The Nasty Buch

THE NASTY – Terrible T-Kid 170″ erzählt die Lebensgeschichte des Künstlers T-Kid, der sich vom Gang Mitglied zur Graffiti Legende und zum “Style Mentor” der urbanen Jugend entwickelte. Beginnend von den frühen 60ern bis heute zeigt der Bildband das umfangreiche Schaffenswerk des New Yorkers, bestehend aus Skizzen, Zeichnungen, bemalten U-Bahn Waggons, Wänden und Leinwänden aus knapp 30 Jahren – eine Zeitreise durch das Leben des Künstlers, die wilden Zeiten von New York und der Beginn der Graffiti – und Hip Hop Kultur in der South Bronx.

Anzahl

Preis: 19,90 €

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